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30.07.2010, 08:21
Bugatti, eine der exklusivsten Automarken der Welt, wird in diesem Jahr hundert Jahre alt. Aus diesem Anlass präsentiert das Auto & Technik Museum Sinsheim vom 7. August 2010 bis zum 31. Januar 2011 in einer Sonderausstellung sechs klassische Bugatti-Modelle aus der Blütezeit der Firma. Die ausgestellten Fahrzeuge sind Meilensteine einer wechselvollen Unternehmensgeschichte voller Höhen und Tiefen, die 1910 im elsässischen Molsheim begann und dort nach jahrzehntelanger Unterbrechung seit 1998 wieder ihren Fortgang nimmt.
Ettore Bugatti hatte bereits 1907 in der Kölner Gasmotorenfabrik Deutz AG einen 9,9-Liter-Vierzylindermotor konstruiert, bevor er zwei Jahre danach in Molsheim sein eigenes Unternehmen gründete. Während der ersten Jahre seiner Selbständigkeit war Bugatti noch vereinzelt auch für andere Firmen tätig. So konstruierte er z.B. für Peugeot den Kleinwagen BéBé (französisch für Baby). Insgesamt wurden zwischen 1912 und 1914 rund 3000 Stück gebaut, eine für die damalige Zeit enorme Stückzahl. Eines der wenigen noch existierenden Exemplare dieses Frühwerks von Ettore Bugatti ist Teil der Sonderausstellung. Angetrieben wird es von einem 855 ccm 4-Zylinder-Motor mit 6 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei ca. 60 km/h.
Seine wahre Leidenschaft gehörte aber den Automobilen der eigenen Marke. Bereits 1910 entstand in Molsheim sein erstes Fahrzeug, der Bugatti Typ 13 mit 1,3-Liter-Vierzylindermotor (16 kW / 22 PS). Schon ein Jahr später errang dieser Typ beim Grand Prix von Frankreich hinter einem Fiat mit zehn Litern Hubraum den zweiten Platz. Damit begann eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte auf den Rennstrecken dieser Welt.
Der Typ 30 war der erste in Serie produzierte Bugatti. Zwischen 1922 und 1926 wurden ca. 600 Stück gefertigt. Der 1991 ccm 8-Zylinder-Motor leistet als Tourer ca. 75 und als Rennwagen ca. 100 PS. Diese absolute Rarität ist vermutlich der erste 8-Zylinder, der von Bugatti gebaut wurde.
Der Mythos der Nobelmarke Bugatti mit ihrem typischen Erkennungszeichen, dem hufeisenförmigen Kühler, begann 1925 mit dem berühmten Typ 35. Das Besondere an den Rennwagen von Bugatti war, dass sie jeder, der genug Geld hatte, kaufen konnte. Insbesondere in der Zeit der freien Formel zwischen 1928 und 1933 gingen zahlreiche Privatfahrer mit Bugatti Rennwagen an den Start und eilten von Sieg zu Sieg. Bugatti wurde im Rennsport zum Maß aller Dinge. Weil die auf Siege abonnierten Wagen aus dem Elsass auch durchaus alltagstauglich waren, fuhren nicht wenige vermögende Privatfahrer mit ihnen werktags zur Arbeit und am Wochenende auf die Rennstrecke. Für etliche Modelle gab es zu diesem Zweck Kotflügel und Scheinwerfer als Originalzubehör.
Der präsentierte Typ 35C von 1930 ist eine der gelungensten Konstruktionen von Bugatti. Als Antrieb diente ein 8-Zylinder-Kompressormotor mit zwei Litern Hubraum und einer Leistung von 130 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei ca. 205 km/h.
Fünf Jahre lang, von 1927 bis 1932, beherrschte der Bugatti Typ 37 die Sport- und Rennwagenklasse für 1,5-l-Autos. Aufgrund seines günstigen Preises und seiner großen Zuverlässigkeit erfreute er sich bei den vielen Privatfahrern größter Beliebtheit. Der Vorbesitzer des Museumsstücks war der rennsportbegeisterte Graf Lobkowitz aus dem Rennstall von Vladimir Gut, der bei einem Rennunfall ums Leben kam. Der 4-Zylinder-Motor kann mit und ohne Kompressor betrieben werden. Die Leistung liegt bei 60 PS ohne und bei 90 PS mit Kompressor, die Höchstgeschwindigkeit betrug maximal ca. 170 km/h.
Mit dem monumentalen Typ 41 Royale wollte Bugatti ab 1927 ein Luxus-Automobil für die allerhöchsten Kreise schaffen. Für Kaiser und Könige war es gedacht. Der riesige 8-Zylinder-Motor hatte einen Hubraum von 12,7 Liter und war damit das größte, für ein Serienauto gedachte Aggregat seiner Zeit. Mit dem Luxusautomobil hat Bugatti zweifelsohne noch einmal Automobilgeschichte geschrieben. Wirtschaftlich gesehen war dieses monumentale Fahrzeug aber ein Fehlschlag. Aufgrund des extremen Preises und der Weltwirtschaftskrise wurden nur sieben Exemplare gebaut. Das Museumsstück ist eine autorisierte Replik, die für eine französische Filmproduktion angefertigt wurde.
Weil wegen der Weltwirtschaftskrise die Käufer für dieses Luxusauto ausblieben, baute Bugatti ab 1933 eine kleine Serie von strömungsgünstigen Eisenbahn-Triebwagen, die – angetrieben wahlweise von zwei oder vier leicht modifizierten Royale-Achtzylindern – fast 200 km/h schnell waren. Diese Schienenfahrzeuge mit dem Namen „Automotrices“ verkehrten bis 1958 auf dem französischen Streckennetz.
Der letzte, in größeren Stückzahlen produzierte Bugatti war der Typ 57, eine Schöpfung von Jean Bugatti, dem talentierten Sohn des „Patron“, der die Geschicke der Firma ab 1936 in die Hand genommen hatte. Von 1933 – 1939 wurden 725 Exemplare in vielen unterschiedlichen Ausführungen hergestellt. Das ausgestellte Sportcoupé Typ 57 „Ventoux“ besitzt eine von Jean Bugatti entworfene Werkskarosserie. Der Typ 57 wurde auch zu seinem Schicksal. 1939 kam Jean Bugatti bei einer Testfahrt mit einer Sportversion mit Kompressormotor von der Straße ab und verunglückte tödlich.
Auch die der sehr seltene Spezialkarosserie des zweisitzigen Typ 57 von 1938 trägt die Handschrift von Jean Bugatti. Der 8-Zylinder-Motor mit 3,3 Litern Hubraum leistet 135 PS, genug für eine Spitzengeschwindigkeit von ca. 160 km/h. Mit dem voll alltagstauglichen Rennsportwagen konnte man Rennen bestreiten und am Montag mit dem gleichen Wagen zur Arbeit fahren. Der Wagen wird auch heute noch von Zeit zu Zeit bei Veteranen-Rallyes gefahren.
Das Lebenswerk des rastlosen Konstrukteurs umfasst insgesamt rund 9.500 gebaute Fahrzeuge in einer kaum überschaubaren Vielfalt. Nach Aussage von Experten sollen 74 verschiedene Modelle von Bugatti-Automobilen mit vier, acht und sechzehn Zylindern entstanden sein, aber auch schon 1931 das zweisitzige Elektromobil Typ 56, das von sechs 6 Volt / 100 Ah-Batterien angetrieben wurde.
Nach dem Tod des Firmenpatriarchen 1947 kam es zu keiner regulären Produktion mehr. Bis 1954 wurden lediglich noch sieben Fahrzeuge der Typen 101 und 101 C (3,3 Liter-Achtzylinder mit 135 bzw. 188 PS) fertig gestellt, eine Weiterentwicklung des berühmten Typs 57. 1963 zog Hispano-Suiza in das stillgelegte Bugatti-Werk in Molsheim ein und produzierte dort Flugzeugteile und Waffensysteme. 1998 kaufte Volkswagen die Markenrechte und baut seit Herbst 2005 am alten Standort Molsheim den Bugatti Veyron.
Die Sonderausstellung „100 Jahre Bugatti-Automobile“ ist vom 7. August 2010 bis zum 31. Januar 2011 täglich von 9 bis 18 Uhr im Auto & Technik Museum Sinsheim zu sehen.
Ettore Bugatti hatte bereits 1907 in der Kölner Gasmotorenfabrik Deutz AG einen 9,9-Liter-Vierzylindermotor konstruiert, bevor er zwei Jahre danach in Molsheim sein eigenes Unternehmen gründete. Während der ersten Jahre seiner Selbständigkeit war Bugatti noch vereinzelt auch für andere Firmen tätig. So konstruierte er z.B. für Peugeot den Kleinwagen BéBé (französisch für Baby). Insgesamt wurden zwischen 1912 und 1914 rund 3000 Stück gebaut, eine für die damalige Zeit enorme Stückzahl. Eines der wenigen noch existierenden Exemplare dieses Frühwerks von Ettore Bugatti ist Teil der Sonderausstellung. Angetrieben wird es von einem 855 ccm 4-Zylinder-Motor mit 6 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei ca. 60 km/h.
Seine wahre Leidenschaft gehörte aber den Automobilen der eigenen Marke. Bereits 1910 entstand in Molsheim sein erstes Fahrzeug, der Bugatti Typ 13 mit 1,3-Liter-Vierzylindermotor (16 kW / 22 PS). Schon ein Jahr später errang dieser Typ beim Grand Prix von Frankreich hinter einem Fiat mit zehn Litern Hubraum den zweiten Platz. Damit begann eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte auf den Rennstrecken dieser Welt.
Der Typ 30 war der erste in Serie produzierte Bugatti. Zwischen 1922 und 1926 wurden ca. 600 Stück gefertigt. Der 1991 ccm 8-Zylinder-Motor leistet als Tourer ca. 75 und als Rennwagen ca. 100 PS. Diese absolute Rarität ist vermutlich der erste 8-Zylinder, der von Bugatti gebaut wurde.
Der Mythos der Nobelmarke Bugatti mit ihrem typischen Erkennungszeichen, dem hufeisenförmigen Kühler, begann 1925 mit dem berühmten Typ 35. Das Besondere an den Rennwagen von Bugatti war, dass sie jeder, der genug Geld hatte, kaufen konnte. Insbesondere in der Zeit der freien Formel zwischen 1928 und 1933 gingen zahlreiche Privatfahrer mit Bugatti Rennwagen an den Start und eilten von Sieg zu Sieg. Bugatti wurde im Rennsport zum Maß aller Dinge. Weil die auf Siege abonnierten Wagen aus dem Elsass auch durchaus alltagstauglich waren, fuhren nicht wenige vermögende Privatfahrer mit ihnen werktags zur Arbeit und am Wochenende auf die Rennstrecke. Für etliche Modelle gab es zu diesem Zweck Kotflügel und Scheinwerfer als Originalzubehör.
Der präsentierte Typ 35C von 1930 ist eine der gelungensten Konstruktionen von Bugatti. Als Antrieb diente ein 8-Zylinder-Kompressormotor mit zwei Litern Hubraum und einer Leistung von 130 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei ca. 205 km/h.
Fünf Jahre lang, von 1927 bis 1932, beherrschte der Bugatti Typ 37 die Sport- und Rennwagenklasse für 1,5-l-Autos. Aufgrund seines günstigen Preises und seiner großen Zuverlässigkeit erfreute er sich bei den vielen Privatfahrern größter Beliebtheit. Der Vorbesitzer des Museumsstücks war der rennsportbegeisterte Graf Lobkowitz aus dem Rennstall von Vladimir Gut, der bei einem Rennunfall ums Leben kam. Der 4-Zylinder-Motor kann mit und ohne Kompressor betrieben werden. Die Leistung liegt bei 60 PS ohne und bei 90 PS mit Kompressor, die Höchstgeschwindigkeit betrug maximal ca. 170 km/h.
Mit dem monumentalen Typ 41 Royale wollte Bugatti ab 1927 ein Luxus-Automobil für die allerhöchsten Kreise schaffen. Für Kaiser und Könige war es gedacht. Der riesige 8-Zylinder-Motor hatte einen Hubraum von 12,7 Liter und war damit das größte, für ein Serienauto gedachte Aggregat seiner Zeit. Mit dem Luxusautomobil hat Bugatti zweifelsohne noch einmal Automobilgeschichte geschrieben. Wirtschaftlich gesehen war dieses monumentale Fahrzeug aber ein Fehlschlag. Aufgrund des extremen Preises und der Weltwirtschaftskrise wurden nur sieben Exemplare gebaut. Das Museumsstück ist eine autorisierte Replik, die für eine französische Filmproduktion angefertigt wurde.
Weil wegen der Weltwirtschaftskrise die Käufer für dieses Luxusauto ausblieben, baute Bugatti ab 1933 eine kleine Serie von strömungsgünstigen Eisenbahn-Triebwagen, die – angetrieben wahlweise von zwei oder vier leicht modifizierten Royale-Achtzylindern – fast 200 km/h schnell waren. Diese Schienenfahrzeuge mit dem Namen „Automotrices“ verkehrten bis 1958 auf dem französischen Streckennetz.
Der letzte, in größeren Stückzahlen produzierte Bugatti war der Typ 57, eine Schöpfung von Jean Bugatti, dem talentierten Sohn des „Patron“, der die Geschicke der Firma ab 1936 in die Hand genommen hatte. Von 1933 – 1939 wurden 725 Exemplare in vielen unterschiedlichen Ausführungen hergestellt. Das ausgestellte Sportcoupé Typ 57 „Ventoux“ besitzt eine von Jean Bugatti entworfene Werkskarosserie. Der Typ 57 wurde auch zu seinem Schicksal. 1939 kam Jean Bugatti bei einer Testfahrt mit einer Sportversion mit Kompressormotor von der Straße ab und verunglückte tödlich.
Auch die der sehr seltene Spezialkarosserie des zweisitzigen Typ 57 von 1938 trägt die Handschrift von Jean Bugatti. Der 8-Zylinder-Motor mit 3,3 Litern Hubraum leistet 135 PS, genug für eine Spitzengeschwindigkeit von ca. 160 km/h. Mit dem voll alltagstauglichen Rennsportwagen konnte man Rennen bestreiten und am Montag mit dem gleichen Wagen zur Arbeit fahren. Der Wagen wird auch heute noch von Zeit zu Zeit bei Veteranen-Rallyes gefahren.
Das Lebenswerk des rastlosen Konstrukteurs umfasst insgesamt rund 9.500 gebaute Fahrzeuge in einer kaum überschaubaren Vielfalt. Nach Aussage von Experten sollen 74 verschiedene Modelle von Bugatti-Automobilen mit vier, acht und sechzehn Zylindern entstanden sein, aber auch schon 1931 das zweisitzige Elektromobil Typ 56, das von sechs 6 Volt / 100 Ah-Batterien angetrieben wurde.
Nach dem Tod des Firmenpatriarchen 1947 kam es zu keiner regulären Produktion mehr. Bis 1954 wurden lediglich noch sieben Fahrzeuge der Typen 101 und 101 C (3,3 Liter-Achtzylinder mit 135 bzw. 188 PS) fertig gestellt, eine Weiterentwicklung des berühmten Typs 57. 1963 zog Hispano-Suiza in das stillgelegte Bugatti-Werk in Molsheim ein und produzierte dort Flugzeugteile und Waffensysteme. 1998 kaufte Volkswagen die Markenrechte und baut seit Herbst 2005 am alten Standort Molsheim den Bugatti Veyron.
Die Sonderausstellung „100 Jahre Bugatti-Automobile“ ist vom 7. August 2010 bis zum 31. Januar 2011 täglich von 9 bis 18 Uhr im Auto & Technik Museum Sinsheim zu sehen.