MADMAX
27.09.2001, 14:47
Jacques Villeneuve denkt über seine Zukunft nach
"Hat hier vielleicht jemand ein Cockpit für mich?", könnte Villeneuve (Mitte) hier seine Kollegen fragen
München - Zuletzt machte Jacques Villeneuve beim Grand Prix von Italien Schlagzeilen, als er sich gegen die Start-Initiative Michael Schumachers aussprach.
Nun äußert sich der Franco-Kanadier auch wieder zu seiner sportlichen Situation - und kommt teilweise zu ernüchternden Erkenntnissen.
Nie wieder für ein Top-Team?
In einem Interview mit "Autosport" schätzt der Weltmeister von 1997 seine Chancen, jemals wieder für ein echtes Top-Team an den Start gehen zu können, als äußerst gering ein.
"Es ist gut möglich, dass das passiert ist", erklärt der BAR-Pilot auf die Frage, ob die Türen bei den großen Teams der Formel 1 für ihn geschlossen sind.
Alle begehrten Plätze sind vergeben
Mit dieser Einschätzung scheint Villeneuve richtig zu liegen.
Ferrari wird mindestens bis 2004 auf seinen Mega-Star Schumacher setzen. Da Villeneuve und der Weltmeister in den letzten Jahren nicht gerade durch eine enge Freundschaft verbunden waren, gilt auch die Nachfolge von Rubens Barrichello als unwahrscheinlich.
Zwar wäre es mehr als interessant, die beiden Intim-Feinde mit gleichwertigem Material fahren zu sehen, aber einen Schumi-Teamkollegen Villeneuve wird es wohl nie geben.
Räikkönen ist die Zukunft
Auch McLaren-Mercedes hat die Weichen für die Zukunft bereits gestellt. Viele Beobachter tippten bereits auf Villeneuve als Häkkinen-Nachfolger, dann schnappte sich jedoch der Senkrechtstarter Kimi Räikkönen das silberne Cockpit.
David Coulthard wird den Rennstall mittelfristig ebenfalls nicht verlassen.
Auch Williams setzt auf Bewährtes
Bliebe nur noch BMW-Williams, das sich allerdings mit den beiden Top-Piloten Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya gerade auf einer Erfolgswelle befindet.
Ein Fahrerwechsel kommt somit auch für den bayerisch-britischen Rennstall wohl nicht in Frage.
Schlechte Aussichten also für Villeneuve. Der mittlerweile 30-Jährige hat sicherlich nicht mehr die Zeit und die Geduld darauf zu warten, bis die Verträge der Schumacher-Brüder oder eines David Coulthards auslaufen.
So bleibt für den derzeitigen WM-Siebten eigentlich nur die Hoffnung, dass in sein BAR-Team so schnell wie möglich Sieger-Mentalität einkehrt.
"Es hängt alles von den Leuten ab, die in der Fabrik arbeiten. Ich denke, dass momentan niemand mit unserer Situation zufrieden ist. Die Gefahr liegt darin, dass sich alle mit der Lage abfinden und sagen 'Ja super, wir können um Punkte mitfahren' ", so Villeneuve.
2001 zweimal auf dem Podium
Der Ex-CART-Champion weiter: "Wenn das passiert, dann wäre es das Ende. Bis jetzt habe ich das nicht beobachtet, wenigstens das ist ermutigend."
Nach der enttäuschenden Debüt-Saison von BAR gelangen Villeneuve in der laufenden Saison immerhin zwei Podiums-Platzierungen. Siegfähig ist die Crew um Teamchef Craig Pollock aber noch lange nicht.
Lieblings-Gegner Schumacher
So muss sich der Kanadier sein Selbstvertrauen auch weiterhin über Verbal-Attacken gegen Michael Schumacher aufbauen: "Jeder sagt, dass er besser ist als Senna und Prost, aber ich denke das nicht. Die beiden haben gegeneinander gekämpft, während Michael keinen ebenbürtigen Teamkollegen hat."
"Hat hier vielleicht jemand ein Cockpit für mich?", könnte Villeneuve (Mitte) hier seine Kollegen fragen
München - Zuletzt machte Jacques Villeneuve beim Grand Prix von Italien Schlagzeilen, als er sich gegen die Start-Initiative Michael Schumachers aussprach.
Nun äußert sich der Franco-Kanadier auch wieder zu seiner sportlichen Situation - und kommt teilweise zu ernüchternden Erkenntnissen.
Nie wieder für ein Top-Team?
In einem Interview mit "Autosport" schätzt der Weltmeister von 1997 seine Chancen, jemals wieder für ein echtes Top-Team an den Start gehen zu können, als äußerst gering ein.
"Es ist gut möglich, dass das passiert ist", erklärt der BAR-Pilot auf die Frage, ob die Türen bei den großen Teams der Formel 1 für ihn geschlossen sind.
Alle begehrten Plätze sind vergeben
Mit dieser Einschätzung scheint Villeneuve richtig zu liegen.
Ferrari wird mindestens bis 2004 auf seinen Mega-Star Schumacher setzen. Da Villeneuve und der Weltmeister in den letzten Jahren nicht gerade durch eine enge Freundschaft verbunden waren, gilt auch die Nachfolge von Rubens Barrichello als unwahrscheinlich.
Zwar wäre es mehr als interessant, die beiden Intim-Feinde mit gleichwertigem Material fahren zu sehen, aber einen Schumi-Teamkollegen Villeneuve wird es wohl nie geben.
Räikkönen ist die Zukunft
Auch McLaren-Mercedes hat die Weichen für die Zukunft bereits gestellt. Viele Beobachter tippten bereits auf Villeneuve als Häkkinen-Nachfolger, dann schnappte sich jedoch der Senkrechtstarter Kimi Räikkönen das silberne Cockpit.
David Coulthard wird den Rennstall mittelfristig ebenfalls nicht verlassen.
Auch Williams setzt auf Bewährtes
Bliebe nur noch BMW-Williams, das sich allerdings mit den beiden Top-Piloten Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya gerade auf einer Erfolgswelle befindet.
Ein Fahrerwechsel kommt somit auch für den bayerisch-britischen Rennstall wohl nicht in Frage.
Schlechte Aussichten also für Villeneuve. Der mittlerweile 30-Jährige hat sicherlich nicht mehr die Zeit und die Geduld darauf zu warten, bis die Verträge der Schumacher-Brüder oder eines David Coulthards auslaufen.
So bleibt für den derzeitigen WM-Siebten eigentlich nur die Hoffnung, dass in sein BAR-Team so schnell wie möglich Sieger-Mentalität einkehrt.
"Es hängt alles von den Leuten ab, die in der Fabrik arbeiten. Ich denke, dass momentan niemand mit unserer Situation zufrieden ist. Die Gefahr liegt darin, dass sich alle mit der Lage abfinden und sagen 'Ja super, wir können um Punkte mitfahren' ", so Villeneuve.
2001 zweimal auf dem Podium
Der Ex-CART-Champion weiter: "Wenn das passiert, dann wäre es das Ende. Bis jetzt habe ich das nicht beobachtet, wenigstens das ist ermutigend."
Nach der enttäuschenden Debüt-Saison von BAR gelangen Villeneuve in der laufenden Saison immerhin zwei Podiums-Platzierungen. Siegfähig ist die Crew um Teamchef Craig Pollock aber noch lange nicht.
Lieblings-Gegner Schumacher
So muss sich der Kanadier sein Selbstvertrauen auch weiterhin über Verbal-Attacken gegen Michael Schumacher aufbauen: "Jeder sagt, dass er besser ist als Senna und Prost, aber ich denke das nicht. Die beiden haben gegeneinander gekämpft, während Michael keinen ebenbürtigen Teamkollegen hat."