Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mögliche Leitungsprobleme
Webmaster
03.06.2002, 15:43
Liebe Forumsuser,
wir wurden gestern über folgenden Sachverhalt von unserem Leitungsprovider schriftlich in Kenntnis gesetzt:
Provider:
Wir nutzen KPNQwest als einen der wichtigsten Lieferanten für die Erbringung der europaweiten IP-Backbone Services. KPNQwest hat heute darüber informiert, dass sie für das reibungslose Funktionieren ihres Netzwerkes nicht mehr garantieren kann. Aus diesem Grund haben wir unverzüglich einen Notfallsplan aufgesetzt, um diese Backbone Services alternativen Anbietern zu übergeben. Wir rechnen damit, dass dieser
Migrationsprozeß innerhalb einiger Tage abgeschlossen sein wird.
Parallel dazu erwarten wir, dass es europaweit zu einer Verlangsamung des gesamten Internet kommen wird. Sollte es in den nächsten Tagen bei Ihrem Account zu den genannten Problemen kommen, bitten wir schon jetzt um Ihre Geduld.
Liebe Grüße Euer
Webmaster
Webmaster
07.06.2002, 16:49
Gestern hat auch die österreichische KPNQwest-Gesellschaft Konkurs angemeldet. Die Geschäftsführung betonte, dass der Konkurs unvermeidlich gewesen war, weil man am Tropf des Mutterkonzerns hänge, obwohl die österreichische Gesellschaft für sich genommen profitabel arbeite. Man beabsichtige "jedoch nach wie vor eine Fortführung, eventuell unter Einbeziehung von Finanzinvestoren".
Webmaster
23.06.2002, 09:02
KPNQwest stellt Betrieb des Netzes ein
Die Konkursverwalter des insolventen niederländischen Kabelunternehmens KPNQwest werden den Betrieb des Netzes einstellen. Zuvor war ihr Antrag vor Gericht, Banken zur Freigabe von Millionenbeträgen zur Finanzierung eines Notplans zu zwingen, abgewiesen worden. Der Richter hatte stattdessen entschieden, dass die Banken das Geld nicht herausgeben müssten. Das vor gut drei Jahren von den Telekomkonzernen KPN (Niederlande) und Qwest (USA) gebildete Unternehmen ist damit am Ende.
Als Folge der Gerichtsentscheidung fehlt den Konkursverwaltern das Geld, um das Breitbandnetz des mit 2,2 Milliarden Euro verschuldeten Anbieters von Datenkommunikationsdiensten weiter aufrecht zu erhalten. Der Energieversorger Nuon hatte mit Einstellung der Stromlieferungen gedroht, falls offene Rechnungen nicht bis Freitag beglichen würden.
Ohne Aufrechterhaltung des Netzbetriebs verringerten sich aber die Chancen, KPNQwest als Ganzes oder in Teilen zu attraktiven Preisen zu verkaufen, hatten die Konkursverwalter erklärt. Sie hatten in den letzten zwei Wochen wiederholt Kunden aufgerufen, Rechnungen möglichst vorzeitig zu bezahlen und selbst keine Rechnungen einzufordern, damit genug Geld für den Notplan zusammenkomme.
Versuche in letzter Minute, Banken zu neuen Überbrückungskrediten zu bewegen, blieben erfolglos. Die Einstellung des Betriebs kann immer noch zu Beinträchtigungen im Datentransfer des Internet innerhalb Europas führen -- zwar haben die meisten Carrier und Internet-Provider inzwischen ihre Routen um KPNQwests Euroring herumgelegt, bislang ist aber noch nicht der gesamte Datenverkehr unabhängig vom KPNQwest-Netz. Bis sich Alternativ-Routen vollständig etabliert haben, kann es immer noch zu einzelnen Verzögerungen kommen. Besonders betroffen können dabei auch die Firmenkunden von KPNQwest sein, die möglicherweise noch nicht alle ihre Internet-Kommunikation auf andere Anbieter umgelegt haben. Unklar ist auch noch, was mit Ebone passiert -- für die Backbones dieses von KPNQwest übernommenen Carriers war erst kürzlich nach heftigen Auseinandersetzungen zwischen Mitarbeitern und Konkursverwaltern eine Lösung für den Weiterbetrieb gefunden worden.
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