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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geschichten die das Motorradmagazin schreibt...


Oliver
21.02.2002, 11:07
Da ich nicht weiß wer von Euch das "Motorradmagazin" liest (man kann ja nicht nur den "Reitwagen" lesen graemlins/E9.gif ) und ich mich ständig über die Reports von einem Österreicher aus Kalifornien zerkugle, hier nun einmal ein kleiner Einblick:

...wie erzählt wird, ist Her Kung Fu (David Carradine) ein begeisterter Hobbyrennfahrer, und genau in diesem Stil attackiert er die lang gezogene zweispurige S-Kurve unter dem Freeway. Auf der kurzen Geraden zum Bel-Air-Knick (der oberen Einfahrt in das umzäunte Luxusviertel) sammeln sich 150 Meilen am Tacho, und ich vergrößere den Abstand in Erwartung der stets feuchten Stelle im Ausgang des Knicks. Scheinbar bin ich aber nicht der einzige Streckenkenner, und so passieren wie die Angststelle sozusagen unter gleichschrittlicher Reisverteilung. Dann blitzt und kracht es wieder vom Porsche-Heck, und ich bemühe mich wacker, in den schnellen Kurven nicht zu viel Boden zu verlieren. Denn nach den Kurven wartet, wovon man als Yoshimura-Hayabusa-Besitzer in feuchten Nächten träumt: eine lange, zweispurige Bergaufgerade. Der Porsche geht wie der Teufel, und obwohl ich mich fühle wie Pancho Villa vor Torreon, habe ich beim Kulturzentrum höchstens 30 Meter Vorsprung. Nicht genug für die holprigen Berabkurven nach dem Sherman Oaks. Dazwischen ein schmaler Tunnel mit einer gnadenlosen Rechtsknick-Einfahrt und einer Sprungschanze in eine mittelschnelle Linkskurve als Ausfahrt. In der Einfahrt bin ich der Weltmeister, in der Ausfahrt ein Niemand. vielleicht war es das drohende Dröhnen des in den Tunnel einzirkelnden Verfolgers, das meine Konzentration beeinträchtigte . Oder das dunkle Visier. Oder einfach das Alter. Herr Kung Fu scheint recht ungeduldig zu sein, wie sich nach der ständig verändernden Position in meinen Rückspiegeln sagen lässt. ZWei Fahrstreifen bergab, einer bergauf, und ich nehme mir heraus, über beide Bergab-Fahrstreifen Ideallinie zu fahren. Natürlich denkt man auch an die Gegenspur, aber das sähe dann doch zu sehr nach Blockieren aus. Und natürlich denkt man auch, dass man als Verfolger diese Möglichkeit sehr wohl nützen würde. So ist es wenig überraschend und auch wenig erfreulich, als der Ungeduldige im Übergang von einer sehr schnellen Links in eine mittelschnelle Rechtsspitzkehre astrein auf der linken Seite vorbeiwischt. Viel überraschender (und ich müsste mir die Zunge abbeißen, würde ich nicht sagen "ebenso erfreulich") ist die plötzliche Rauchentwicklung der Porsche-Hinterreifen im Eingang der Spitzkehre. Der 911er imponiert mit einer ansatzlosen 360-Grad-Drehung, und nachdem der Einlenkpunkt in die Spitzkehre im Außenradius des mittleren Fahrstreifens lag, reicht es noch für Bankett und Zierbüsche. Es folgt heftige Staubentwicklung, die sich noch verstärkt, als Herr Kung Fu mit hoher Drehzahl seinen unfreiwilligen Parkplatz verlässt und in die Gegenrichtung entschwindet.
So ist Amerika - die Leut nehmen sich keine Zeit zum Reden.