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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Am Band von Lamborghini


Webmaster
11.06.2008, 10:30
Die Fachzeitschrift Autobild veröffentlichte folgenden Bericht über die Zustände bei der Produktion von Lamborghini - ein Mitarbeiter von Autobild durfte einen Schnuppertag bei Lamborghini erleben und beschreibt dies in seinen Worten:

Die Frühschicht braucht drei Kaffee, um warm zu werden. Normalerweise teilen sich zwei Arbeiter einen Montagetakt, der bei Lambo unglaublich lange 50 Minuten dauert.

Der Vorarbeiter und sein zweiter Mann, diverse auf das neue Modell bereits eingeschulte Spezialisten, zwei Kontrolleure für die Ist- und Soll-Zeiten, ein für Fehlteile zuständiges Nervenbündel. Und dazu noch ich.

Das liegt unter anderem daran, dass schon an der Station 1 alles drunter und drüber geht - schlecht vormontierte Klemmen, zu kurze Rohre oder zu lange Rohre, falsch gebogene Bremsleitungen. Mein italienischer Wortschatz wächst im Zeitraffer.

Das liegt natürlich auch daran, dass ich die beiden Kühlergitter montieren darf. Montieren will. Zu montieren versuche. Beinahe montiert hätte. Wenn links oben das entsprechende Loch gebohrt worden wäre. So muss vorsichtig von Hand nachgearbeitet werden, auch wenn sich das Sicherungsplättchen sträubt und der Elf-Prozent-Zeitpuffer längst verbraucht ist. Ich schwitze wie ein Schwein, aber irgendwann sitzt selbst die achte und letzte Schraube bombenfest.

Was den Sprachschatz erweitert, sind vor allem schlechte Passungen, mangelnde Maßhaltigkeit und unmögliche Montageschritte - frei nach dem Motto "Nicht nur blind und über Kopf, sondern auch eng und scharfkantig".

Mir bleibt als nette Geste das fummelige Anbringen der Innenbeleuchtung. Weil der linke Clip nicht passt, wird er einfach weggeschnitten - mit freundlicher Empfehlung vom Chef.

Man lässt mich das rechte Schlusslicht anschrauben (das linke passt erst nach drastischer Erweiterung des Fluch-Registers), das Kombiinstrument ans Netz stecken und die Verbindung zwischen Handbremshebel und Kontrollleuchte herstellen. Heureka!

Blubbernd wird das Tier befüllt, übern Laptop laufen erste Funktionstests, und sogar die störrische Heckklappe arrangiert sich in letzter Instanz mit dem nicht ganz perfekten Hinterwagen, der in Summe rund eine Woche Nacharbeit verschlingen dürfte.

Fazit Rückleuchte: normale Einbauzeit elf Minuten. Schaff ich niemals. Und nun zum Lüftungsgitter. Wieso vier Schrauben und nur drei Löcher?