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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tod am Nachmittag - Lamborghini Estoque (Autorevue PREMIUM 3)


Webmaster
10.11.2008, 11:44
Lamborghini hat es spannend gemacht: Erst zeigten Sie uns den Auspuff, dann ein Rad und die schmalen, eleganten Rücklichter, bevor sie das Tuch von ihrer extremen Limo zogen.

Estoque. Wow, was für ein Name. Wer seinen Hemingway gelesen hat, setzt jetzt möglicherweise zu einem längeren Referat über Stierkampf und die Choreografie traditionsreicher Rindviehschlachterei an. Unbeleckte haben eher Fragezeichen in den Augen. Ihnen sei erklärt: Estoque ist eine Stichwaffe, ein etwa 90 Zentimeter langes Schwert, mit dem der Matador seinem gehörnten Gegner ans Leder geht.

Das erklärt einiges. Mit dem Estoque denkt Lamborghini laut darüber nach, Porsche (Panamera) und Aston Martin (Rapide) ins Visier nehmen zu wollen. Es handelt sich für die Italiener dabei um einen Vorstoß in die exquisite Liga der viertürigen Supersportlimousinen, jener Modellgruppe also, die sich dem höchst beschleunigten Familienwesen respektive der leistungsstarken Erweiterung des Freundschaftskreises widmet.

Der Estoque, betont Lamborghini, ist eine Studie. Noch nicht beschlossene Sache, will man damit sagen, das Nachdenken ist aber schon sehr ernsthaft. 5,15 Meter misst der Estoque und ist damit laufmetermäßig mit einer langen S-Klasse oder einem gestreckten Phaeton vergleichbar (charakterlich jedoch gar nicht). Die Länge der Brachial-Limousine ist insoferne ziemlich irre, weil der Estoque gerade einmal 1,35 Meter hoch ist, was (zur gefühlsmäßigen Einordnung) besser verständlich wird, wenn man von einem Jaguar XJ (5,09 m) elf oder von einem Maserati Quattroporte (5,05 m) neun Zentimeter Höhe wegrechnet. Vom Design her ist der Lamborghini natürlich eine eigene Liga. Lässt alles, was es schon gibt im gehobenen Luxus-Viersitzer-Bereich, ziemlich verweichlicht dastehen, nimmt gleichzeitig aber von der superargen Schärfe eines Murciélalgo oder Gallardo etwas weg und wird damit - für die Höllenverhältnisse von Sant´Agata - fast freundlich.

Motor und Antrieb der Studie wurden einstweilen (und naheliegenderweise) vom Gallardo übernommen: V10 mit 560 PS, platziert zwischen Vorderachse und Fahrer, die Kraft wird über alle vier Räder auf die Strasse gebracht. Sollte der Estoquein Serie gehen, könnte dem Vernehmen nach aber auch ein Achtzylinder mit und ohne Hybrid angeboten werden.